Rickenschwinget  2004
47. Schwing- und Älplerfest auf dem Ricken

Rickenschwinget Festplatz


b
Festprogramm

Freitag, 30. Juli 2004
Ab 20.30 Uhr Ländlerabig und Tanz mit Carlo Brunner und den Promillos

Sonntag, 01. August 2004 (kein Verschiebedatum)
05.30
08.00
08.15
11.45
18.00
Auskunft betr. Durchführung über Telefon 1600 - 2
Kampfrichter - Sitzung
Antreten der Schwinger, Anschwingen
Verpflegung mit 'Suppe und Spatz' in der Festhalle
Rangverkündigung und Preisverteilung in der Festhalle
anschliessend gemütlicher Ausklang
Steinstossen:  10.00 bis 12.00 und 14.00 bis 16.00


c
Spitzenpaarungen für den 1. Gang

Forrer Noldi
Fäh Bruno
Burkhalter Stefan
Meli Karl
Bühler Peter
Beglinger Fridolin
Oertig Adrian
Holdener Reto
Müller Markus
Koller Markus
Büchler Remo

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Glaus Martin
Spörri Markus
Büsser Andi
Roth Jakob
Gisler Bruno
Ochsner Roland
Büsser Erwin
Rohner Bruno
Mösli Jonny
Roth Ueli
Rechsteiner Thomas


d
Mit dem Postauto oder Linthbus ans Rickenschwinget

Postauto

Ab Uznach alle zwei Stunden
Uznach ab (Extrafahrt)
Ricken an
Ricken ab
Uznach an
07.49
08.13

 
09.49
10.13
10.14
10.38
11.49
12.13
12.14
12.38
13.49
14.13
14.14
14.38
15.49
16.13
16.14
16.38
17.49
18.13
18.14
18.38

Linthbus
Ab Wattwil und Rapperswil alle zwei Stunden
Wattwil ab
Ricken an
Rapperswil ab
Ricken an
09.40
09.52
08.30
09.07
11.40
11.52
10.30
11.07
13.40
13.52
12.30
13.07
15.40
15.52
14.30
15.07
17.40
17.52
16.30
17.07


18.30
19.07

Ricken ab
Wattwil an
Ricken ab
Rapperswil an
09.07
09.18
09.52
10.30
11.07
11.18
11.52
12.30
13.07
13.18
13.52
14.30
15.07
15.18
15.52
16.30
17.07
17.18
17.52
18.30


19.22
20.00


e
Bisherige Sieger

1958 Karl Oberholzer
1959 Hans Spiess
1960 Werner Hug
1961 Karl Oberholzer
1962 Ruedi Kobelt
1963 Karl Meli
1964 Karl Oberholzer
1965 Karl Meli
1966 Karl Oberholzer
1967 Karl Oberholzer
1968 Karl Meli
1969 Karl Meli
1970 Karl Meli
1971 Karl Meli
1972 Karl Meli
1973 Karl Meli
1974 Ruedi Vogel
1975 Ruedi Suter
1976 Kurt Schneiter
1977 Franz Schatt
1978 Franz Schatt
1979 Arnold Ehrensberger
1980 Ernst Schläpfer
1981 Kurt Schneiter

1982 Ernst Schläpfer
1983 Ernst Schläpfer
1984 Ernst Schläpfer
1985 Ernst Schläpfer
1986 Ernst Schläpfer
1987 Ernst Schläpfer
1988 Kurt Schneiter
1989 Hans Hämmerli
1990 Christian Ambühl
1991 Hans Hämmerli
1992 Enrico Matossi
1993 Lothar Herrsche
1994 Urs Bürgler
1995 Urs Bürgler
1996 Jörg Abderhalden
1997 Beat Abderhalden
1998 Jörg Abderhalden
1999 Arnold Forrer
2000 Arnold Forrer
2001 Bruno Fäh
2002 Arnold Forrer
2003 Martin Grab
2004 Arnold Forrer


f
Erster Sieg in der Mittagspause(PDF Format)

Die sommerlichen Temperaturen, Nöldi Forrer und das Eidgenössische in Luzern waren die Gesprächsthemen am Ricken-Schwinget

SCHWINGEN. Für einmal nur 111 Schwinger (Minusrekord) sind am Nationalfeiertag auf dem Ricken in die Zwilchhosen gestiegen. Keine Niederlage erlitten hat auf und neben dem Platz einzig der Toggenburger Schwingerkönig Arnold Forrer.

URS HUWYLER

Schwingerkönig Arnold Forrer (Stein) durfte sich freuen. Nach der Mittagspause hatte er in einem schattigen Gartenrestaurant gegen nominell starke Gegner bereits den ersten Sieg am Nationalfeiertag errungen. Allerdings im Jassen. Fritz Rietberger, der Technische Leiter des Nordostschweizer Schwingerverbandes und Einteilungschef Matthias Bleiker mussten (auch) im Jassen die Überlegenheit des Toggenburgers anerkennen. «So ein Sieg stärkt natürlich das Selbstvertrauen», witzelte Nöldi Forrer und demonstrierte seine Stärke auch am Nachmittag auf dem Schwingplatz. Wer ihm in den Ring gestellt wurde, musste sich vom Käser aus Stein das Sägemehl abwischen lassen. Auch Schlussganggegner Bruno Fäh, der eine deutliche Leistungssteigerung erkennen liess.

Auf der Suche nach Schatten

Des Schweizer Nationalsports eher unkundige, meist leicht bekleidete Zeitgenossen, staunten im Schwimmbad-Look vor allem, dass der König auch in der prallen Sonnen seinen roten («Bin eben ein Patriot») Faserpelz-Pullover trug. 2300 Zuschauerinnen und Zuschauer wussten sich kaum vor der Hitze zu schützen, lagen unter der Tribüne oder in der Nähe des Schatten spendenden WC-Wagens, doch der Stärkste unter den Starken simulierte den Winter. «Zwischen den einzelnen Gängen die Muskeln auf Betriebstemperatur halten», hiess das Motto - nicht nur beim König.

Überhaupt drehte sich in Abwesenheit von Jörg Abderhalden fast alles um Arnold Forrer. In drei Wochen ist das Eidgenössische in Luzern vorbei. Trägt Nöldi dann die Krone noch? Festlegen wollte sich nach dem Ricken-Schwinget (fast) niemand mehr. «Er darf noch nicht abgeschrieben werden», waren nach dem fünften Gang viele überzeugt und der «Forrer geschädigte» Thurgauer Eidgenosse Stefan Burkhalter staunte einmal mehr, wie gross Nöldi ist und welche Hebel er einzusetzen vermag. «Von der Kraft her vermag ich mitzuhalten, aber seine körperliche Überlegenheit hat auch diesmal den Ausschlag für ihn gegeben.»

Freude herrscht

Freuen durfte sich auch Jakob Roth aus Ebnat-Kappel, der wie fünf andere Spitzenathleten im Laufe des Tages Nöldi Forrer unterlegen war, sonst aber fünf Siege zu verzeichnen hatte und hinter dem Klubkollegen den zweiten Rang belegte. Wie er in Durchgang sechs den Zürcher Bruno Gisler bezwang, gehörte zu den Höhepunkten an einem Schwingfest, das eine eigene Atmosphäre hat, auch wenn die Besetzung diesmal wegen der Konkurrenz durch andere Anlässe (Sertig, Albis) nicht erstklassig war. Doch die Lokalmatadoren Bruno Fäh (Benken), Arnold Forrer lange ebenbürtig war, Peter Bühler (Weesen) oder Adrian Oertig (St. Gallenkappel) liessen die Zuschauer von ennet dem Ricken verschiedentlich jubeln.

Trachten-Fanclub

Und dann gab es da noch den weiblichen Trachten-Fanclub von Reto Holdener (Schänis). Lautstark feuerten die Schwägerinnen und anderen Verwandten den NOS-Kranzer an, sodass er sich direkt hinter Forrer/Roth zu klassieren vermochte. Auch Reto Holdener wird der Ricken-Schwinget am Nationalfeiertag noch lange in Erinnerung bleiben.


Alphorntöne gehörten am Nationalfeiertag dazu.

Plausch-Jass im Schatten während der Mittagspause.

OK-Vizepräsident Markus Schatt versucht sich als Steinstösser.

Im Schlussgang geriet Arnold Forrer (unten) auch einmal gegen Bruno Fäh arg in Bedrängnis.

Der Toggenburger  Montag, 02. August 2004


Arnold Forrer besteht den Test

Der Schwingerkönig gewinnt drei Wochen vor dem Eidgenössischen das Bergfest auf dem Ricken

SCHWINGEN. Schwingerkönig Arnold Forrer feiert am Nationalfeiertag auf dem Ricken seinen ersten Saisonsieg und den insgesamt vierten Erfolg beim Bergfest.

URS HUWYLER

Als Test im Hinblick auf das Eidgenössische in Luzern wollte Arnold Forrer das Fest auf dem Ricken bestreiten und nach 1999, 2000 und 2002 zum vierten Mal gewinnen. Mit sechs Siegen glückte ihm die Hauptprobe auf das Schwägalp-Bergfest und den Saisonhöhepunkt optimal. «Es gibt nun nur noch die Devise, voll auf Angriff zu schwingen. Dies habe ich mehrheitlich versucht und es ist mir eigentlich ganz gut gelungen», sagte der Schwingerkönig. Einzig im Schlussgang gegen den wieder erstarkten Eidgenossen Bruno Fäh, der schon am Schaffhauser Kantonalen im Schlussgang stand und dort gegen Markus Thomi verlor, geriet Forrer einmal kurz in Bedrängnis. Ansonsten gewann der Obertoggenburger die Kämpfe meist vor Ablauf der ersten Minute.

Zufriedener technischer Leiter

Hinter dem Schwingerkönig klassierten sich auf dem Ricken vor 2300 Zuschauer durchwegs Athleten, die für das Eidgenössische selektioniert sind und am Samstag beim NOS-Kaderzusammenzug in Herisau sechs Gänge à acht Minuten gegen Jörg Abderhalden, Stefan Fausch, Thomas Sutter und Co. absolvieren mussten. Arnold Forrer musste dagegen aus beruflichen Gründen absagen. «Ich bin zufrieden mit dem, was ich zu sehen bekommen habe», sagte Fritz Rietberger, Technischer Leiter des NordostschweizerTeilverbandes (NOS) zum Einsatz und den Leistungen der 80 selektionierten Turner und Sennen, die gestern auf dem Ricken, Sertig oder Albis engagiert waren.

Am Sonntag weilte der frühere Bündner Spitzenschwinger auf dem Ricken. Neben Arnold Forrer oder Bruno Fäh durfte er auch mit Stefan Burkhalter zufrieden sein. Der Thurgauer erlitt wie der zweitklassierte Jakob Roth aus Ebnat-Kappel die einzige Niederlage gegen den König, der auch neben dem Platz eine «Leistungssteigerung» erkennen liess. Erstmals in dieser Saison wirkte er locker wie zu den besten Zeiten, unterhielt sich vor dem Schlussgang mit Zuschauern oder anderen Athleten. Der Hinweis, der König sei frischer gewesen, weil er am Kadertag gefehlt habe, entlockte Kollege Jakob Roth ein Lächeln: «Kräftemässig habe ich deswegen keine Probleme. Im Gegenteil, mir behagt es, wenn ich am Tag vor einem Fest auf Betriebstemperatur bin.»

Gestärkter Zusammenhalt

Die Spitzenleute zeigten beim Kaderzusammenzug, an dem sie optimal verpflegt und für das Eidgenössische modisch eingekleidet wurden, ihre Talente als Fussballer. Das Duo Jörg Abderhalden/Stefan Fausch harmonierte ausgezeichnet und auch andere Sennen und Turner (Markus Thomi/Markus Spörri) bewiesen, dass sie schon einmal einen Ball am Fuss hatten. «Entscheidend war, den Zusammenhalt im Team zu verbessern. Dies ist uns gelungen. Wir können gut vorbereitet nach Luzern reisen.»

Auf dem Ricken bestätigte sich dieser Eindruck. So genannte in der, Öffentlichkeit noch nicht so bekannte Mittelschwinger wie Markus Spörri, Martin Glaus,Jakob Roth, Reto Holdener, Adrian Oertig oder Bruno Gisler wollen ihre eigene Chance nützen, könnten aber auch für den Verband zu wichtigen Helfern hinter der Spitze werden. Glaus, Roth, Gisler oder Burkhalter verpassten die Schlussgang-Qualifikation nur, weil sie im Laufe des Tages Arnold Forrer gegenüber standen. Der 1. August 2004 könnte für den König im Hinblick auf die Titelverteidigung ein wichtiger Tag gewesen sein.

Geriet im Schlussgang gegen Bruno Fäh (unten) nur kurz in Bedrängnis: der Toggenburger Arnold Forrer.

Der Toggenburger   Montag, 02. August 2004


Schwingfest mit gelebter Tradition

Ricken:
47. Ricken-Schwinget lebte nicht nur von den kraftstrotzenden Athleten, sondern auch vom viel gerühmten Spatz und der Folklore

Als gesellschaftlicher Auftakt - quasi als Vorspeise zum Ricken-Schwinget - fand am Freitagabend im Festzelt der traditionelle Unterhaltungsabend statt, der diesmal unter den Erwartungen blieb. Das Hauptmenü wurde am Sonntag mit den besten Nordostschweizer Schwingergrössen angerichtet. Folklore und Sport ergänzten sich so wiederum in idealer Weise.

FRANZ STEINER

Der Ricken-Schwinget ging dieses Jahr am Nationalfeiertag über die Bühne. Nichtsdestotrotz sorgte er wiederum auf und neben den Sägemehlplätzen für viel Gesprächsstoff. Auch Politiker hatten sich unters Schwingervolk gemischt. Die höchste St. Gallerin, Grossratspräsidentin Margrit Stadler aus Bazenheid, hatte als Ehrengast ihren Spass an den kräftigen Mannen im Ring. Der sympathischen und volksnahen Toggenburgerin dürfte ihr Sitznachbar, Nationalrat Köbi Büchler aus Schänis, wohl manchen Tipp abgegeben haben, wie nun ein Schlungg oder ein Brienzer angesetzt wird.

Reto Holdener mit Fanclub

Nicht schlecht staunten viele Besucher, als unter grossem Juhee ein Rapid samt Anhänger mit einer «Tschupplete» weiblicher Fans, die für Reto Holdener Stimmung machten, vorfuhr. «Guet Schwung, Reto!», stand auf ihrem mitgebrachten Transparent. Dies verlieh Holdener offensichtlich Flügel, und er schlunggte sich auf den dritten Platz.

Alt und Jung am Schwingfest

Mit dem 66-jährigen Karl Bigger aus Uznach, Franz Pfyl (64) und Ernst Jenny (76), beide aus Jona, wusste die ältere Generation so manche Episode beim legendären Ricken-Spatz aus früheren Zeiten zu erzählen. Bigger war Gabenchef am NOS in Uznach 1983. Das Schwingfest musste damals um eine Woche verschoben werden und der Gabentempel wieder abgeräumt werden. Ob des mysteriösen Verschwindens zweier Treicheln dürften die beiden «Besitzer» noch mehr als 20 Jahre später von einem schlechten Gewissen geplagt werden. Auch viele Junge lassen sich vom Schwingsport begeistern. So ist Franziska Giger aus Rufi nicht nur eine treue Helferin, sie zeigte zwei Freundinnen aus Finnland den Schweizer Nationalsport. Ob dieser nun wohl auch im Norden zu einem Höhenflug ansetzen wird?

Folklore pur

Was zu einem Bergfest gehört - die Folklore - ist am Ricken-Schwinget nicht wegzudenken. Ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus war der Auftritt des seit zwölf Jahren bestehenden Schwiizerörgeliclubs Jona unter der Leitung von Leo Beeler. Mit ihrem erfrischenden Auftritt haben sie so manchen neuen Fan dazugewonnen. Aber auch das Alphorntrio Schloss Uster und die Fahnenschwinger Otti Jud und Herbert Blöchlinger sorgten für manchen Juchzer im Publikum. Diesmal sorgte der Jodelklub Benken unter der Leitung von Schang Jud für heimatverbundene Lieder. «Chächi . Manne, chächi Senne, stönd i d Hose wenns mues si...», war nur eines von vielen Müsterchen, welches der Chor zum Besten gab.

«Neuseeländer» zu Besuch

Stefan Schneiter trug in Langenthal beim Eidgenössischen die Farben des NOS-Verbandes. 1995 in Chur war, er als Auslandschweizer dabei. Seit sieben Jahren führt er in Neuseeland ein Restaurant. Zusammen mit seinem berühmteren Bruder Kurt, der es in seiner Aktivzeit auf 81 Kränze brachte, wollte er das Ricken-Schwinget nicht verpassen. Alle drei bis vier Jahre verbringt der 44-Jährige seine Ferien in der Schweiz. Als Abschluss seines Aufenthaltes darf das Eidgenössische in Luzern in drei Wochen natürlich nicht fehlen.

Verdientes OK-Mitglied sagt adieu

Als Festwirt musste Wendel Fäh während acht Jahren eine grosse Flexibilität an den Tag legen, wenn es um Bestellungen der Waren und die Rekrutierung des Personals ging. Im OK Ricken-Schwinget ist er seit rund 30 Jahren dabei, und jetzt möchte er verdientermassen kürzer treten. Sein Nachfolger Martin Schmucki steht bereits in den Startlöchern.

Seine Feuertaufe als Speaker hat Jean-Claude Leuba glänzend bestanden. Der eine Woche nach dem Eidgenössischen in den Ehehafen einlaufende Wahl-Kaltbrunner dürfte dieses Amt so schnell nicht loswerden. Den Besucher freuts.

Eine grosse Arbeit leistete wiederum das Gabenkomitee unter Leitung von Andreas Riget. Mountainbike, Grill, Kaffeemaschinen, Hometrainer, Schlauchboot usw., durften die Erfolgreichen vom reichhaltigen Gabentempel mit nach Hause nehmen.


Klangvolle Jodellieder sang der Jodelklub Benken. Vor allem das Lied von den «Chäche Manne...» erntete viel Applaus vom dankbaren Publikum.

Polit- und Schwingprominenz auf dem Ricken (von links): Kantonsratspräsidentin Margrit Stadler, der fünfmalige Ricken-Sieger Karl Oberholzer und Nationalrat Köbi Büchler.

Ungebrochene Ricken-Tradition: Der Spatz schmeckt auch bei grosser Hitze am Schwingfest vorzüglich.

LinthZeitung   Montag, 02. August 2004


4. Ricken-Sieg von Arnold Forrer

Schwingen:
Der Schwingerkönig konnte einen heissen 47. Ricken-Schwinget für sich entscheiden

Vor 2300 Zuschauern gewann Favorit Arnold Forrer mit sechs einwandfreien Siegen zum vierten Mal den Ricken-Schwinget. Im Schlussgang bodigte der angehende Käsermeister den Benkner Landwirt Bruno Fäh in der 7. Minute durch Überdrehen am Boden.

WILLI GIGER

Bei seinem zweiten Saisonsieg überzeugte der amtierende König durch vielseitiges Schwingen und eine wieder gewonnene Kampfkraft. Weder der etwas zu forsch angreifende Martin Glaus im ersten noch Wendelin Gantner im zweiten und Klubkollege Jakob Roth im dritten Gang konnten dem überragenden Toggenburger lange Paroli bieten. Auch der Zürcher Oberländer Bruno Gisler am Boden und Stoos-Sieger Stefan Burkhalter mit Hüfter fielen der zielstrebigen Schwingtechnik des amtierenden Schwingerkönigs, die beileibe nicht nur aus Gammenangriffen bestand, zum Opfer.

«Stimmen mich zuversichtlich»

In der Endausmarchung hätte ihm ein Gestellter zum Festsieg genügt. Trotzdem entwickelte sich mit seinem Erzrivalen Bruno Fäh, dem er zum fünften Mal in einem wichtigen Schlussgang gegenüberstand, ein abwechslungsreicher Kampf, der in der siebten Minute nach einem Haken und Überdrehen am Boden entschieden war. «Vor allem die beiden letzten Kämpfe gegen Stefan Burkhalter und zuletzt Bruno Fäh stimmen mich zuversichtlich für die kommenden Grossereignisse», freute sich der auf dem Ricken immer sehr viel Sympathie geniessende Toggenburger Ausnahmeathlet nach seinem zweiten Saisonsieg.

Fäh im Fahrplan für Luzern

Nach einer durchzogenen Saison stand der Benkner Eidgenosse Bruno Fäh zum dritten Mal im Schussgang auf dem Ricken. «Ich wollte mich nicht verstecken und hätte gerne noch etwas länger geschwungen», meinte der Unterlegene, der wiederum kein Rezept gegen den amtierenden König fand und trotzdem mit seiner Tagesleistung zufrieden war. «Ich habe auf den August hin trainiert und habe ein sehr gutes Gefühl für Luzern», gab sich der Bannerträger der sieben für das Eidgenössische qualifizierten Rapperswiler Schwinger zuversichtlich.

Toggenburger Doppelsieg

Für einen nicht unerwarteten Doppelerfolg sorgte der Senn Jakob Roth, der seine glänzende Saisonbilanz mit Platz zwei auf dem Ricken unterstrich. Nebst der raschen Niederlage gegen Forrer gewann der vielseitige Techniker alle fünf Gänge, die beiden wertvollsten im Ausstich gegen den Melser Markus Müller und den Zürcher Bruno Gisler.

Die Nummer eins der Thurgauer, Stefan Burkhalter, wurde auf seinem Weg zur Wiederholung der letztjährigen Schlussgangteilnahme von König Forrer persönlich gestoppt, überzeugte aber mit Ausnahme des gestellten Gangs mit dem Galgener Albert Diethelm durch seine explosiven Hüftschwünge.

Ebenfalls noch leise Chancen für den Schlussgang konnte sich Markus Spörri aus Steg ausrechnen. Das Unentschieden gegen Peter Bühler (Weesen) aber durchkreuzte diese Pläne im fünften Gang.

Reto Holdener auf dem Podest

Mit fünf Schwingern unter den zehn Bestklassierten gewannen die Gastgeber die inoffizielle Mannschaftswertung deutlich. Mit vier Zehnern über Bruno Rohner, Fabian Gemperli, Thomas Bisig und Thomas Rechsteiner feierte der Schänner Reto Holdener nach seinem Verbandsmeistertitel in Rapperswil einen weiteren schönen Erfolg in dieser Saison - dies trotz einer am Freitag erlittenen Schnittwunde am Fuss. Ein Grund für seinen Exploit dürften unter Umständen die Anfeuerungsrufe seines per Rapid angereisten Fanclubs gewesen sein.

Oftmals Beifall auf offener Szene erntete auch der Einheimische Adrian Oertig. Der starke Pöstler, früher oft mit vielen gestellten Gängen aufgefallen, hat in den letzten Wochen vor allem im Angriff deutliche Fortschritte gemacht und einige technische Kabinettstücklein zum Besten gegeben, die an seinen Onkel Hans Oertig erinnerten.

Solide und zuverlässig schwang auch der Benkner Forstwart Martin Glaus. Klasse war sein Sieg über Martin Kurmann. Schade für ihn, dass es ihm zuletzt nicht gelang, die Verteidigung der Märchler Nachwuchshoffnung Markus Koller zu durchbrechen und damit auf den Ehrenplatz vorzudringen.

Von den übrigen Kranzern vermochte sich nur noch Felix Giger vorne zu klassieren. Die besten Leistungen des Nachwuchses kamen von Markus Boos aus Amden und Roman Rüegg, Eschenbach.

Nach sieben Minuten war es geschehen: Arnold Forrer (oben) dreht Bruno Fäh auf den Rücken.

LinthZeitung   Montag, 02. August 2004


Machtdemonstration des «Königs»

Ricken:
Arnold Forrer entschied mit sechs Siegen den Ricken-Schwinget für sich

Der Schwingerkönig Arnold Forrer aus Stein liess gestern nichts anbrennen. Nach fünf Siegen bodigte er im Schlussgang den Benkner Bruno Fäh und kam damit zu seinem vierten Erfolg auf dem Ricken.

Es passte alles. Bei herrlichen äusseren Bedingungen ging am gestrigen Nationalfeiertag die 47. Austragung des Ricken-Schwinget über die Bühne. Weit über 2000 Zuschauer fanden den Weg auf den Schwingplatz, wo sie die 111 teilnehmenden Wettkämpfer bei Bratwurst, kühlem Bier und viel Folklore lautstark unterstützten.

Auf dem Ricken besonders zu gefallen scheint es jeweils dem Toggenburger Arnold Forrer. Gestern konnte der amtierende Schwingerkönig bereits zum vierten Mal den Festplatz als Sieger verlassen. Daran vermochte auch der Benkner Bruno Fäh nichts zu ändern, der Forrer im Schlussgang zwar lange Paroli bieten konnte, aber dennoch nach sieben Minuten am Boden überdreht wurde. (lz)

Prächtig präsentierte sich gestern die Kulisse für die 47. Austragung des Ricken-Schwinget.

LinthZeitung   Montag, 02. August 2004


Der Test am Nationalfeiertag

Arnold Forrer, Stefan Burkhalter und Bruno Fäh sind morgen auf dem Ricken die Favoriten

SCHWINGEN. Drei Wochen vor dem Eidgenössischen in Luzern (21./22. August) startet mehr als die Hälfte der 80 selektionierten Nordostschweizer auf dem Ricken. Auch König Arnold Forrer unterzieht sich einem Test.

URS HUWYLER

Das Eidgenössische unterscheidet sich in zwei entscheidenden Punkten von allen anderen Schwingfesten: Es dauert zwei Tage und die Schwinger haben acht (vier pro Tag) statt nur sechs Gänge zu absolvieren. «Nicht zuletzt deshalb starte ich am Sonntag auf dem Ricken. Am Samstag findet bereits ein weiterer NOS-Kaderzusammenzug statt und so kann ich das Eidgenössische bis zu einem gewissen Grad simulieren», sagt Schwingerkönig Arnold Forrer, der oberhalb von Wattwil schon dreimal (1999/ 2000/2002) gewonnen hat. Er gilt am Nationalfeiertag in Abwesenheit der beiden Klubkollegen Jörg Abderhalden (Sieger 1996/1998) und Urban Götte sowie Titelverteidiger Martin Grab als Favorit auf den Tagessieg.

Fäh auch Helfer

Mit Bruno Fäh aus Benken, der Nummer 1 des organisierenden Schwingklubs Rapperswil und Umgebung, steigt ein zweiter ehemaliger Ricken-Sieger in die Zwilchhosen. Der 25-jährige Landwirt gewann das Bergfest 2001, also im Jahr des letzten Eidgenössischen. Bevor der mit Lieselotte Schlumpf - zu Zeiten von Erika Hess, Maria Walliser oder Vreni Schneider war die Obertoggenburgerin bei Swiss Ski als Physiotherapeutin für die Stars zuständig - zusammenarbeitende Lokalmatador allerdings die Gegner ins Sägemehl drücken kann, musste er beim Aufbau der Tribüne mithelfen.

In der laufenden Saison wusste Eidgenosse Bruno Fäh bisher kaum zu überzeugen. Am nicht besonders stark besetzten Schaffhauser Kantonalen stand er zwar im Schlussgang, unterlag aber kurz vor Ablauf der zwölfminütigen Wettkampfzeit Routinier Markus Thomi und musste mit Platz zwei zufrieden sein. Zuvor reichte es dem Schwinger zu vierten (Thurgauer/Appenzeller) oder sechsten (Stoos/NOS) Rängen. «Aber», sagt der aktuelle König Arnold Forrer, der ebenfalls Mühe hatte, in Form zu kommen, «zum Schluss zählen die acht Gänge am Eidgenössischen. Der Ricken wird eine Woche vor der Schwägalp eine Standortbestimmung auf dem Weg nach Luzern sein.»

Gemessen an den Saisonergebnissen stünden Forrer/Fäh beim Bergfest ohne Kranzabgabe jedoch nur in der zweiten Reihe. Die Nummer eins wäre der Thurgauer Gast Stefan Burkhalter. Er revanchierte sich auf dem Stoos am Innerschweizer Teamleader Martin Grab für die 2003 auf dem Ricken erlittene Schlussgang-Niederlage und triumphierte damit - nach einem Prestige-Erfolg im Anschwingen gegen Daniel Odermatt, den Sieger des Berner Kantonalen - im Schwyzer Hoheitsgebiet.

Wundertüte Burkhalter

Der Sieg kam auch deshalb überraschend, weil der Landwirt aus Homburg am Thurgauer (Niederlagen gegen Jörg Abderhalden/Martin Glaus) und wie Bruno Fäh am St. Galler Kantonalen (Niederlage gegen Arnold Forrer) ohne Kranz geblieben war. Dafür startete Wundertüte Burkhalter am NOS mit der Maximalnote zehn gegen den früheren Appenzeller Schwingerkönig Thomas Sutter.

Die fehlende Leistungskonstanz von Forrer, Fäh oder Burkhalter bietet jenen Aktiven die Chance, den Nationalfeiertag zum sportlichen Feiertag werden zu lassen, die sonst meist im Schatten der Könige und Kronprinzen stehen. Auf einen Spitzenplatz hoffen neben den Toggenburgern Ueli Roth und Martin Kurmann die Zürcher Bruno Gisler und Markus Spörri oder die Einheimischen Martin Glaus, Peter Bühler, Reto Holdener und Adrian Oertig.

Will sich auf dem Ricken seinen vierten Sieg sichern:
König Arnold Forrer (oben).

Der Toggenburger   Samstag, 31. Juli 2004


Hauptprobe fürs «Eidgenössische»

Schwingen:
Morgen findet der 47. Ricken-Schwinget statt - Arnold Forrer gilt als erster Anwärter auf den Sieg

Angeführt vom amtierenden Schwingerkönig Arnold Forrer steigen morgen Sonntag auf dem Ricken 137 Schwinger aus der Nordost- und der angrenzenden Innerschweiz in die Zwilchhosen. Der gesellschaftliche Auftakt erfolgte bereits gestern mit dem traditionellen Ländlerabig.

Der Wettkampf auf dem Ricken mit nicht weniger als 65 Kranzschwingern und 5 Eidgenossen steht auch bei der 47. Auflage für spannende Zweikämpfe und hoch stehenden Schwingsport. Drei Wochen vor dem Eidgenössischen in Luzern sind auf dem Ricken mehr als die Hälfte der 80 selektionierten NOS-Schwinger im Einsatz, und für etliche von ihnen wird dieses Bergfest der letzte aufschlussreicheTest vor dem Saisonhöhepunkt sein. Neben König Arnold Forrer gehören die «Eidgenossen» Marcel Ochsner und Stefan Burkhalter zu den aussichtsreichsten Anwärtern auf den Ricken-Sieg.

Lokalmatador Bruno Fäh im Aufwind

Nach eher durchschnittlichen Leistungen scheint der Benkner Eidgenosse Bruno Fäh zum richtigen Zeitpunkt seine Form wiederzufinden. Der Ricken-Sieger von 2001 hat sich sehr seriös auf sein grosses Ziel in Luzern vorbereitet. An der «Hauptprobe» auf dem Ricken wird vom 25-jährigen Landwirt einiges erwartet, obwohl auch er, wie seine Kollegen vom Rapperswiler Verband, im Baukomitee beim Stellen der Tribünen und der Festhalle einiges an Freizeit zu opfern hatten. Neben Bruno Fäh hat der Technische Leiter, Thomas Steiner, noch weitere Trümpfe im Ärmel: «Martin Glaus, Peter Bühler, Reto Holdener und Adrian Oertig haben das Potenzial, um ganz vorne mitzumischen», ist Steiner überzeugt. Remo Büchler und David Fäh - ebenfalls für Luzern selektioniert - führen die junge Garde der Kranzer und Kranzanwärter an.

Urchiges Rahmenprogramm

Als Kontrast zu den spannenden Zweikämpfen im Sägemehl wird morgen Sonntag viel Bodenständiges geboten. Neben dem Jodlerclub Benken werden Fahnenschwinger und Alphornbläser für die typische Schwingfest-Stimmung sorgen, ergänzt durch die urchige Schwiizerörgeli-Gruppe Leo Beeler aus Jona. Der 45 kg schwere Ricken-Stein kann am Vor- und Nachmittag gestossen werden. Dazwischen wird ab 11.45 Uhr das beliebte Menü «Suppe mit Spatz» serviert.

Am Sonntag um 8.15 Uhr ist das Anschwingen auf dem Ricken. Der Schlussgang wird in etwa zwischen 16.45 und 17.15 Uhr .erwartet. Anschliessend um 18 Uhr findet die Rangverkündigung und Preisverteilung in der Festhalle statt. Auskunft betreffend der Durchführung gibt es am Sonntag ab 5.30 Uhr unter der Telefonnummer 1600. Die Wettervorhersage ist allerdings positiv. (gi/lz)

Forrer - Glaus im ersten Gang

Für den morgen Sonntag um 8.15 Uhr beginnenden ersten Gang des Ricken-Schwingets hat Einteilungs-Chef Thomas Steiner aus Maseltrangen spannende Paarungen zusammengestellt. Das Organisationskomitee möchte die Schwingerfreunde im Linthgebiet zudem darauf hinweisen, dass der Ricken-Schwinget auch mit dem «LinthBus» erreicht werden kann. Abfahrt am Bahnhof Uznach um 7.48 Uhr mit Halt an den üblichen Stationen Gommiswald Post und Uetliburg Post. (pd)

Topfavorit Arnold Forrer (oben) bezwingt den Benkner Bruno Fäh beim St. Galler Kantonalschwingfest 2003 im Schlussgang. Kommts in diesem Jahr auf dem Ricken zu einem erneuten aufeinandertreffen?

LinthZeitung   Samstag, 31. Juli 2004


Auch der König wird am Start sein

SCHWINGEN.
Angeführt vom amtierenden Schwingerkönig Arnold Forrer steigen am Sonntag, 1. August, auf dem Ricken 137 Schwinger aus der Nordost- und der angrenzenden Innerschweiz in die Zwilchhosen.

WILLI GIGER

Der Wettkampf im Sägemehl mit nicht weniger als 65 Kranzschwingern und fünf Eidgenossen bürgt auch bei der 47. Auflage des zentralen Bergschwingets in der Nordostschweiz für spannende Zweikämpfe und hoch stehenden Schwingsport. Drei Wochen vor dem Eidgenössischen in Luzern sind auf dem Ricken mehr als die Hälfte der 80 selektionierten NOS-Schwinger im Einsatz und für etliche von ihnen wird das Bergfest der letzte aufschlussreiche Test vor dem Saisonhöhepunkt sein. Der gesellschaftliche Auftakt erfolgt am Freitag mit dem bereits traditionellen Ländlerabig.

Guter Start im Frühjahr

Nach dem starken Beginn im Frühjahr mit seinem Sieg am Rheintaler Verbandsfest gab es für den dreifachen Rickensieger Noldi Forrer eine Reihe von Ehrenplätzen. So auch am NOS in Chur, wo er sich aber sehr zuversichtlich zeigte, dass der Fahrplan nach Luzern stimmt. Die vorletzte Station auf diesem Weg wird nun am Sonntag der Ricken sein und die Schwingerfreunde von nah und fern sind natürlich gespannt, ob der Titelverteidiger von Nyon sich wieder auf Königskurs befindet.

Dass der Nationalfeiertag auf dem Ricken aber für den erklärten Favoriten aus dem Toggenburg kein Spaziergang wird, dafür werden in erster Linie zwei Sieger vom prestigeträchtigen Bergfest auf dem Stoos sorgen. Der Thurgauer Stefan Burkhalter machte mit dem Triumph über die erfolgsgewohnten Schwyzer auf ihrem Hausberg Schlagzeilen in der Schwingerzunft und ein erneutes Vordringen in den Ricken-Schlussgang -wie letztes Jahr gegen Martin Grab- wäre keine grosse Überraschung.

Ebenfalls sehr gespannt wird der Auftritt des Bennauer Eidgenossen Marcel Ochsner erwartet. Nach einer Verletzungspause hofft der ehemalige Stoossieger auf eine erfolgreiche Rückkehr in die Sägemehlringe, dies nach einer intensiven Trainingswoche mit dem Innerschweizer Kader in Arosa. Er ist heuer der Bannerträger der sechsköpfigen Einsiedler Delegation, die seit 1958 immer gern gesehene Gäste am Rickenschwinget sind.

Im Klassefeld der 65 Kranzschwinger aber sind noch einige Koryphäen, die absolut das Zeug haben, um die Hierarchie der «Bösen» drei Wochen vor Luzern wenigstens kurzfristig über den Haufen zu werfen. In erster Linie denkt man dabei an den Zürcher Oberländer Bergkranzfestsieger Bruno Gisler. Der schwingkundige Landwirt aus Wernetshausen, der nächstes Jahr beruflich ins Bernbiet disloziert, hat seine Verletzung an der Hand überwunden und möchte sich auf dem Ricken als neuer Eidgenossen-Anwärter empfehlen. Das Gleiche gilt für seinen Clubkollegen Markus Spörri. Der in Gommiswald als Vorarbeiter einer Bedachungsfirma arbeitende Senne ist an guten Tagen ebenfalls ein Kandidat für den Schlussgang.

Auch als Mannschaft stark

Die Toggenburger, seit Jahren und sicher aktuell der stärkste Schwingclub des Landes, werden am Sonntag auch den Verlauf des 47. Rickenschwingets entscheidend mitprägen. Jakob Roth und Andi Büsser sind ohnehin auf dem Weg zu den ganz «Bösen». Neben den weiteren beständigen Kämpfern wie Martin Kurmann und Ueli Roth ist eine ganze Reihe von blutjungen Talenten auf dem Vormarsch. Man denkt dabei an den Überraschungsmann am NOS, Roman Bösch, an die beiden Daniels, Bösch und Bohl, Michael Rhyner oder Markus Leuzinger, dessen Vater einst bis in den Schlussgang am Rickenschwinget gegen Ernst Schläpfer vordrang.

Lokalmatador im Aufwind

Nach eher durchschnittlichen Leistungen scheint der Benkner Eidgenosse Bruno Fäh zum richtigen Zeitpunkt seine Form wieder zu finden, so darf man wenigstens seit dem Schafthauser Kantonalen hoffen. Der Rickensieger von 2001 hat sich sehr seriös auf sein grosses Ziel in Luzern vorbereitet und man darf an der «Hauptprobe» auf dem Ricken vom 25-jährigen Landwirt einiges erwarten, obwohl auch er, wie seine Kollegen vom Rapperswiler Verband, im Baukomitee beim Stellen der Tribünen und der Festhalle einiges an Freizeit zu opfern haben.

Weitere Trümpfe im Ärmel

Neben Bruno Fäh aber hat der technische Leiter Thomas Steiner noch weitere Trümpfe im Ärmel: «Martin Glaus, Peter Bühler, Reto Holdener und Adrian Oertig haben das Potenzial, um ganz vorne mitzumischen», ist Steiner überzeugt, der zusammen mit Mathias Bleiker und Noldi Oertig für die Einteilung zuständig ist. Remo Büchler und David Fäh, ebenfalls für Luzern selektioniert, führen die junge Garde der Kranzer und Kranzanwärter an.

Ländlerstimmung zum Auftakt

Das gesellschaftliche Rahmenprogramm beginnt traditionsgemäss am Freitag, 30. Juli, mit dem Tanz- und Unterhaltungsabend. Ab 20.30 Uhr wechseln sich die beiden bekannten Kapellen Carlo Brunner und die Promillos ab und sorgen für Hochstimmung im Festzelt. Als Kontrast zu den spannenden Zweikämpfen im stiebenden Sägemehl wird auch am Sonntag viel Bodenständiges geboten. Neben dem Jodlerclub Benken werden Fahnenschwinger und Alphornbläser für die typische Schwingfeststimmung sorgen, ergänzt durch die urchige Schwiizerörgeligruppe Leo Beeler aus Jona.

Der 45 kg schwere Rickenstein kann am Vor- und Nachmittag gestossen werden. Dazwischen wird ab 11.45 Uhr das heiss geliebte Menü «Suppe mit Spatz», das kulinarische Aushängeschild des Rickenschwingets, gegessen.

Festwetter ist bestellt

Erstmals in der bald 50-jährigen Geschichte wird der Ricken ohne ein Verschiebedatum am 1. August ausgetragen. Im Jahr des Eidgenössischen steht ganz einfach kein zweiter Termin mehr zur Verfügung. OK-Präsident Fredy John aus Schänis versichert aber, dass am Sonntag, wie alles andere, auch das Festwetter bestellt ist. Wirtschafts-Chef Wendel Fäh und seine Frau Marianne, die in diesem Jahr zum letzten Mal für die Bewirtung des Festpublikums zuständig sind, haben den Wein und die übrigen Getränke bereits kalt gestellt. So können sich die Schwingerfreunde auf ein sportlich hoch stehendes Rickenfest freuen, bei dem auch in kulinarischer Hinsicht wohl keine Wünsche offen bleiben werden.

Am Nationalfeiertag findet auf dem Ricken das
47. Schwing- und Älplerfest statt - drei Wochen vor
dem «Eidgenössischen».

Der Toggenburger   Donnerstag, 29. Juli 2004

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